Verbandsliga: SV Bönen I – SK Holsterhausen I 3,5:4,5
Zum 6. Spieltag hatte der SV Bönen 49 den SK Holsterhausen zu Gast. Bönen konnte mit allen acht Stammspielern antreten, die Essener reisten mit zwei Ersatzspielern an. Dadurch ergaben sich nominelle Vorteile für Bönen an Brett 1, 7, und 8, während die Gäste an den mittleren Brettern favorisiert waren. Dieser Trend sollte sich schließlich auch im Ergebnis zeigen.
An Brett 2 kam Maik Mönkemeyer zunächst in eine aussichtsreiche Trompowsky-Struktur. Im Mittelspiel fand er jedoch nicht die richtigen Pläne und geriet unter Druck. Beim Versuch Gegenspiel zu organisieren übersah Mönkemeyer einen taktischen Konter, der zum Figurenverlust und der Partieaufgabe führte.
Mit Remis endeten dann die Partie an den Brettern 7, 4 und 5. Olaf Bauch bekam schon in der Eröffnung die Chance auf aktives Figurenspiel mit Schwarz. Er setzte allerdings vorsichtiger fort, was der Gästespieler nutzte um seinerseits einen Königsangriff zu starten. Die Partie sollte jedoch schnell und friedlich enden, denn in gedrückter Stellung für Schwarz einigte man sich auf Remis. Stephan Wegner beendete seine Weißpartie nach 13 Zügen. Mit kleinem Vorteil, aber auf ungewohntem Eröffnungs-Terrain nahm er das Remisgebot an. Jochen Helmert wählte die Philidor-Verteidigung und kam gut aus der Eröffnung. Beide Spieler verbrauchten viel Bedenkzeit, doch das damenlose Mittelspiel war immer im Gleichgewicht, sodass nach 23 Zügen Remis gegeben wurde.
Beim Zwischenstand von 1,5:2,5 war die Lage an den übrigen Brettern für Bönen schwierig, Fabian Schlottmann konnte aber zunächst ausgleichen. Wie gewohnt wählte er die Französische Verteidigung und bekam ein typisches Mittelspiel. Der Gästespieler sah hier zwei Drohungen zu spät, sodass er nur noch auf Kosten positioneller Schwächen ausweichen konnte. Schlottmann versuchte etwas ungenau diesen Vorteil zu konvertieren, indem er Bauern eroberte – musste dabei jedoch weiße Schwerfiguren auf die 7. Reihe lassen. Doch der gewonnene Freibauer schränkte die weißen Figuren letztlich so ein, dass Schlottmann die Partie mit einem Königsangriff beenden konnte.
Martin Merz spielte mit Schwarz Najdorf-Sizilianisch und fand sich zunächst in einem guten Mittelspiel wieder. Sein Gegenüber verstellte sich das schöne Feld d5, sodass Merz das aktivere Figurenspiel hatte. Leider unterlief dem Bönener ein taktischer Überseher, der einen wichtigen Bauern kosten sollte. Merz gelang es die Stellung geschlossen zu halten und mit aktiven Figurenspiel Bauernhebel zu unterbinden. Da Weiß so weder seine Türme noch seinen Mehrbauern gewinnbringend einsetzen konnte, einigten sich die Spieler auf Remis.
An Brett 6 fand Torsten Fuests Gegner schon früh die bessere Koordination für seine Figuren, sodass der Essener durchgehend das etwas bessere Mittelspiel hatte. Nach einem Überseher von Fuest, brachen die schwarzen Türmen am Königsflügel ein und entschieden die Partie: 3:4.
Den Schlusspunkt zum 3,5:4,5 setzte Guntram Lenz mit einem Remis. Er stand im Mittelspiel zunächst aussichtsreich, verpasste dann jedoch ein entscheidendes Bauernopfer, um seine Figuren gegen den schwarzen König zu führen. Beim Versuch über Umwege zum Königsangriff zu kommen, verlor Lenz Material, sodass er sich im Endspiel mit Turm für zwei Leichtfiguren wiederfand. Hier wehrte er sich noch zäh, was dann vom Matchverlauf belohnt wurde, da den Gästen ein Remis durch Dauerschach zum Erfolg reichte.
Trotz der Niederlage behaupteten die Bönener die Tabellenführung. In den verbleibenden drei Spieltagen kämpfen noch fünf Teams um den Titel, die nur einen einzigen Zähler auseinander liegen.




