U20-Reserve verpasst Meisterschaft denkbar knapp

Schachjugend

U20-Bezirksliga: SV Bönen II – SK Werne I 1,5:2,5 / SG Caissa Hamm – SV Bönen II 2:2

In einem äußerst spannenden Herzschlagfinale verpasste die Bönener U20-Reserve die Meisterschaft sehr unglücklich und landete schließlich hinter Caissa Hamm und dem Hammer SC II auf Platz drei der Abschlusstabelle. Dabei hatten die SV49er schon eine Hand am Meisterpokal und gaben diesen erst am Ende der letzten Partie noch aus der Hand.

In der 6. Runde gab es zunächst eine faustdicke Überraschung: als Tabellenführer und hoher Favorit strauchelte die Bönener Reserve mit 1,5:2,5 gegen den SK WerneI. Zwar musste Bönen auf Emilian Koschel am Spitzenbrett verzichten, doch auch Werne I trat nicht in Bestbesetzung. Der Auftakt verlief aus Bönener Sicht optimal. Jonathan Krönert überraschte seinen Gegner bei seinem ersten Einsatz mit einem Mattangrif und brachte den Favoriten schnell mit 1:0 in Führung. Als sich Samuel Dick am Spitzenbrett in lange verlorener Stellung mit einer Springergabel ins Remis retten konnte, schien der Weg für den Bönener Sieg bereitet, doch an den Positionen zwei und drei gingen noch beide Partien verloren. Janne Engbrecht kämpfte sich zunächst aus schwieriger Stellung zurück in die Partie, gab dann aber durch einen einzigen unbedachten Zug die guten Karten auf den halben Punkt noch aus der Hand. Jonas Schulz an Brett drei erwischte ien völlig gebrauchten Tag. Der Bönener startete stark und erreichte eine klare Gewinnstellung. Ein falscher Königsszug brachte seinen Gegenüber aber wieder ins Spiel und Schulz verlor den Faden. Der Vorteil wechselte nun hin und her, bis die Bönener Nummer drei in ein gewonnenes Endspiel abwickeln konnte. Kurz vor dem Sieg vertauschte er dann aber zwei Züge und gab die Partie völlig überraschend noch aus der Hand.

Die Bönener hatten aber trotz der 1,5:2,5-Niederlage die Meisterschaft noch in der Hand. Mit einem abschließenden Sieg in der Schlussrunde gegen die SG Caissa Hamm hätte man die Hammer wieder von Platz eins verdrängen können, es hieß also. „Endspiel“!

Ein kleiner Vorteil lag allerdings auf Seiten von Caissa Hamm, denn diesem Team reichte bereits ein 2-2 zum Titelgewinn, während Bönen unbedingt hätte gewinnen müssen, um den Siegerpokal mit nach Hause zu nehmen. Es wurde dann auch extrem spannend: Jonathan Krönert spielte erneut sehr angriffslustig, verlor dann aber in einer taktischen Abwicklung entscheidendes Material. Die 1-0-Führung für Hamm konnte Bönens Nr. 1 Samuel Dick wieder ausgleichen. In einer dramatischen Partie gelang ihm am Ende ein siegbringender Bauerndurchbruch. Kurz darauf einigte sich Janne Engbrecht an Brett 2 nach 34 Zügen auf Unentschieden in einer Partie, die jederzeit im Gleichgewicht war. Wie schon in Runde sechs lag nunmehr die ganze Last auf den Schultern von Jonas Schulz. Dieser lieferte sich mit seinem Kontrahenten eine wilde Schlacht auf den 64 Feldern, bei der die Waage mal zur einen und mal zur anderen Seite kippte. Zwischenzeitlich hatte Schulz eine Figur mehr und es sah fast nach einem Sieg für ihn aus, doch ein Figureneinsteller sorgte wieder für den Ausgleich. In der Zeitnotphase bot sich dann noch zweimal die Chance zum Bönener Erfolg, doch am Ende rettete sich der Caissa-Spieler ins Remis und sicherte seinem Team damit die Beziksmeisterschaft. Mit 11:3 Punkten holte sich Caissa Hamm den Tital vor dem Hammer SC II und dem SV Bönen II, die beide auf 10:4 Zähler kamen.

Insgesamt war Jugendleiter Holger Reinert trotz der verpassten Chance sehr zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. „Nominell war der Hammer SC II der klare Favorit auf den Titel. Das Team konnten wir überraschend klar mit 3:1 besiegen und auch gegen Meister Caissa Hamm haben wir mit 2:2 ein gutes Ergebnis geholt. Was uns noch fehlt ist das sichere Nachhausebringen von gewonnenen Partien, aber daran arbeiten wir.