Bezirksklasse: SV Bönen III – SV Unna IV 5,5;2,5
In der 7. Runde der Schachbezirksklasse traf die 3. Mannschaft des SV Bönen auf den SV Unna IV. Mit Blick auf den Tabellenplatz – Zweiter gegen Siebter – waren die Bönener eigentlich der klare Favorit. Allerdings mussten sie auf drei Stammspieler verzichten, während die Gäste aus Unna nahezu in Bestbesetzung antreten konnten.
Am Ende stellte sich dies erfreulicherweise nicht als Nachteil dar, denn an den letzten drei Brettern holte das Heimteam starke 2 Punkte und dies durch zwei sehr talentierte Nachwuchsspieler. Den Beginn machte Uwe Budde am 2. Brett. Er war stark erkältet angereist und einigte sich bereits nach wenigen Zügen auf ein Remis. Nach einer guten Stunde ging Unna etwas überraschend in Führung. Volker Annuss, der am 7. Brett ebenfalls als Ersatz eingesprungen war, war gut in die Partie gekommen und stand aktiver. Allerdings übersah er einen Doppelangriff, der zum Figurenverlust und zu seiner Aufgabe führte.
Dieser Rückstand währte nicht lange, denn Dirk Romstadt (Brett 3) zeigte eine starke Partie. Nachdem er von Anfang an die Initiative übernommen hatte, gewann er durch eine hübsche Kombination eine Figur und nach 90 Minuten die Partie. Beim Stande von 1,5 zu 1,5 einigten sich kurz hintereinander Dieter Raddatz (Brett 4) und Alexander Koch (Brett 5) mit ihren Kontrahenten jeweils auf Remis. Ihre Partien hätten kaum unterschiedlicher sein können; während Raddatz sich für eine ruhige und risikofreie Partieführung entschied, brannte bei Koch das Brett. In einer wilden Partie übersah Koch zwar zunächst eine klare Gewinnmöglichkeit, konnte aber letztlich einen wichtigen halben Punkt zum Mannschaftserfolg beitragen. Die wahrscheinlich beste Partie des Tages zeigte Janne Engbrecht (Brett 8), der in seiner noch jungen Schachkarriere erstmals für die dritte Mannschaft spielte. Nicht komplett fehlerfrei, aber mutig und zielstrebig erspielte er sich im Mittelspiel einen leichten Vorteil, den er nicht mehr aus der Hand gab. Im Endspiel zeigte er erstaunliche Kenntnisse und nahm nach gut zweistündiger Spielzeit die Glückwünsche seiner Mannschaftskameraden entgegen. Somit brachte er zudem die Bönener Vertretung erstmals in Führung und der mögliche Mannschaftserfolg lag nun in den Händen von Jürgen Rudlof (Brett 1) und Jan Leufert (Brett 6).
Der Unnaeraner Spitzenspieler hatte sich gegen Rudlof an Brett 1 in der Sizilianischen Verteidigung für das Alapin-System entschieden, aber die Bönener Nummer eins konnte sich recht gut entwickeln und im 18. Zug einen Bauern gewinnen. Sein Gegenüber war scheinbar etwas irritiert und opferte in seinem Folgezug eine ganze Figur. Mit seiner Routine ließ sich Rudlof den Sieg nun nicht mehr nehmen und zwang seinen Gegner mit dem 38. Zug zur Aufgabe., was gleichzeitig nach gut dreistündiger Spielzeit den Mannschaftserfolg sicherstellte. Mit dem 4,5 zu 2,5 Vorsprung im Rücken konnte sich nun Leufert ausschließlich auf seine eigene Partie konzentrieren. Im Mittelspiel gewann er nach gutem und konzentriertem Spiel zwei Bauern, landete aber in einem Läuferendspiel mit ungleichen Farben. Nach der Schachtheorie endet dann die Partie sehr häufig mit Remis, aber Leufert gelang es, seinen Kontrahenten zu einer fehlerhaften Verteidigung zu verleiten. Nach über vier Stunden gewann er am Ende verdient seine Partie und stellte den Mannschaftskampf auf 5,5:2,5 für Bönen.
Da Tabellenführer SV Kamen II gleichzeitig gegen den SV Unna III mit 3:5 den Kürzeren zog, gelang der SV-Dritten nach dem 7. Spieltag mit nunmehr 12:2 Punkten der Sprung an die Tabellenspitze der Bezirksklasse. Für den Bönener Schachsport ergibt sich damit eine einzigartige Momentaufnahme: Bönen I, II, III und V liegen auf Platz 1, Bönen IV auf Platz 2 hinter der eigenen Fünften. Dabei gab es in den bisherigen 30 Mannschaftskämpfen nur drei Niederlagen, davon eine in einem vereinsinternen Duell.
In der Vorschlußrunde trifft sie in drei Wochen auf den SV Kamen II. Mit einem weiteren Sieg könnte man sich eine optimale Ausgangslage im Kampf um die Meisterschaft schaffen, die voraussichtlich erst am letzten Spieltag entschieden wird.




