Verbandsliga: SC Doppelbauer Brambauer I – SV Bönen I 2,5:5,5
In der Verbandsliga reiste Bönens Erste nach Lünen zum SC Doppelbauer Brambauer. Beide Teams traten in Bestbesetzung an, sodass sich ein nominell ausgeglichener Kampf ergab. Schon früh konnte Bönen jedoch an mehreren Brettern Vorteil erlangen. Jochen Helmert kam sehr gut mit der Skandinavischen Verteidigung zurecht was ihm einigen positionellen Vorteil einbrachte. Fabian Schlottmann bekam den Trompowsky-Angriff aufs Brett, in dem sein Lünener Kontrahent früh einen wichtigen Zentrumsbauern einstellte. Die ersten Brettpunkte wurden allerdings an Brett 2 geteilt als Maik Mönkemeyer ein Remisgebot des Weißspielers annahm. Helmert gelang die sehenswerte Konvertierung seines Vorteils durch einen taktischen Schlag, der einen Springer und kurz darauf die Partie gewann. Schlottmann profitierte zunächst von einem zweiten groben Bauern-Einsteller. In der Folge ging Schlottmann etwas zu forsch auf Materialjagd was ihm zwar ganze fünf Mehrbauern einbrachte, aber auch das Einbrechen der schwarzen Türme gegen Schlottmanns König erlaubte. Dem Bönener gelang dann aber über den Tausch von Schwerfiguren die gewinnbringende Abwicklung ins Endspiel. Bei aussichtsreichem Matchverlauf beendeten Torsten Fuest und Olaf Bauch ihre Partien mit Remis. Fuest landete in einer beidseitig fehlerfreien Partie in einem sehr remisträchtigen Damenendspiel und wählte bei knapper Bedenkzeit die Partie mit Remis. Olaf Bauch wählte mit Weiß den seltenen Horwitz-Angriff gegen die Französische Verteidigung. Er konnte einigen Vorteil erarbeiten, landete jedoch in einem Mittelspiel mit geöffneter Königsstellung und gleichem Material, sodass er das sichere Remisgebot seines Gegenübers annahm. Weiter formstark präsentierte sich Martin Merz in einer Partie, die durchgängig im Ausgleich blieb. Folgerichtig war das Remis, mit dem Merz seinen persönlichen Score auf 5,5/7 ausbaute und Bönen 4:2 in Führung brachte. An den verbleibenden Brettern 4 und 8 boten die Lünener nun Remis was den Bönener Mannschaftssieg bedeutet hätte, doch Stephan Wegner sah sich an Brett 4 zurecht im Vorteil. Guntram Lenz‘ Partie an Brett 8 endete wenige Züge später trotzdem Remis und besiegelte damit den Bönener Teamerfolg. Die Spieler brachten Tarrasch-Französisch aufs Brett und zeigten im Verlauf eine fehlerfreie Partie ohne große Siegchancen. Wegner steuerte schließlich noch einen vollen Punkt zum 5,5:2,5-Endergebnis bei. Mit Schwarz wählte er eine Bauernopfer-Variante, in der er im Mittelspiel die besseren Pläne für seine Leichtfiguren fand. Letztlich konnte er den unterentwickelten Königsflügel und exponierten König seines Gegners ausnutzen, um entscheidendes Material zu gewinnen.
Die SV-Erste bleibt damit Tabellenführer der Verbandsliga. In der nächsten und vorletzten Runde kommt es zum direkten Duell gegen den favorisierten Tabellenzweiten aus Dortmund-Eving. Spannung ist garantiert, denn für Bönens Erste ist dann alles möglich: von vorzeitiger Meisterschaft bis Abrutschen auf Platz 4.




