Knappe Niederlage für SV-Erste im Spitzenspiel

Bönen 1

Verbandsliga: SV Bönen I – SV Rochade Eving I 3,5:4,5

Als Tabellenführer ging die Erste des SV Bönen ins Verbandsliga-Spitzenspiel gegen den Zweitplatzierten SV Rochade Eving. Nominell gingen die Gäste leicht favorisiert in den Kampf, in dem beide Teams mit jeweils einem Ersatzspieler antraten. Für Bönen sprang Gernot Medger ein und übernahm Brett 8 von Guntram Lenz.

Medger kam auch direkt gut aus der Eröffnung, ebenso wie Maik Mönkemeyer an Brett 2. An den Brettern von Jochen Helmert (5) und Olaf Bauch (7) sahen sich die Evinger Gäste früh im Vorteil. Martin Merz wählte mit Schwarz wie gewohnt Najdorf-Sizilianisch und kam damit gut zurecht. Im Mittelspiel kostete ihn ein Doppelangriff aber Material, was in der sofortige Aufgabe des Böneners resultierte. Mönkemeyer einigte sich wenig später mit seinem nominell stärkeren Gegner auf Remis. Aus der Eröffnung heraus hatte der Bönener die deutlich bessere Bauernstruktur und stand deutlich aktiver nachdem der Evinger auf Bauernfang ging. Die Konvertierung des Vorteils war aber nicht einfach, sodass Mönkemeyer für den Bauern-Rückgewinn die Abwicklung ins ungleichfarbige Läuferendspiel zuließ. Doch Bönen kam zurück, nachdem zunächst Medger seine Partie gewann. Im Alapin-Sizilianisch fand er sich deutlich besser zurecht als sein Gegner und bekam so die aktivere Stellung und einen Mehrbauern. Diesen Vorteil wickelte er sicher ab, sodass der Evinger im Bauernendspiel aufgeben musste. Torsten Fuest gelang dann sogar die 2,5:1,5-Führung für Bönen. Im Mittelspiel spielte die Gästespielerin einen Bauernvorstoß, der eine taktische Lücke hatte. Um den Verlust zu vermeiden musste Schwarz eine positionelle Schwächen zulassen. Im Übergang zum Endspiel konnte der Bönener mit seinen aktiven Figuren erst Bauern und dann die Partie gewinnen. Sein Punkte-Konto stellte der formstarke Fuest damit auf 5,5/8. Danach musste Bönen die nächsten beiden Partien leider abgeben. Stephan Wegner hatte zunächst einen Mehrbauern, wofür Schwarz aber das aktivere Figurenspiel inklusive starkem Läuferpaar bekam. Im späten Mittelspiel gab Wegner den Bauern zurück was das schwarze Spiel verlangsamte. Allerdings machte Wegner ein gegnerischer gedeckter Freibauer zu schaffen, sodass im Endspiel wiederum Schwarz die besseren Pläne fand: 2,5:2,5. Einen schwierige Partie erwischte Jochen Helmert, der sich mit Schwarz an der Pirc-Eröffnung versuchte. In einer Partie ohne große Fehler stand Helmert früh sehr gedrückt. Am Königsflügel ließ er sich seinen schwarzfeldrigen Läufer einmauern, was der Evinger nutzte, um nun am Damenflügel Druck zu machen und die Partie zu beenden. Fabian Schlottmann spielte mit Schwarz wie gewohnt McCutcheon-Französisch und bekam es mit einer der interessanten Läufer-c1-Varianten zu tun. Ihm gelang unter günstigen Umständen der Abtausch des schwachen Läufers und die Sicherung des Damenflügels für die große Rochade. So konnte er den weißen Angriff am Königsflügel kontern und seinerseits den gegnerischen König bedrängen. Dies brachte ihm ein Endspiel mit einem Mehrbauern und etwas aktiveren Figuren. Nach der Zeitnotphase waren die getrennten schwarzen Freibauern für den weißen Turm nicht zu halten: 3,5:3,5. Leider musste Olaf Bauch die letzte Partie des Tages abgeben, nachdem er im gesamten Partieverlauf schlechter stand. Mit Schwarz kam er nicht gut aus der Caro-Kann-Eröffnung was sein Gegner schön nutzte und in der Folge weiteren Vorteil sammelte. Bauch verteidigte sich noch bis ins späte Mittelspiel, doch ein starker Freibauer sollte letztlich zugunsten des Weißspielers entscheiden.

Die SV-Erste verliert damit die Tabellenführung der Verbandsliga an Eving. Durch das 4:4 im Parallelspiel der Erkenschwicker beim abgestiegenen SV Welper bleibt Bönen aber auf Platz 2. Können sie diesen auch in der Schlussrunde am 26.4. halten, würde Bönen immerhin in Stichkämpfe um den Aufstieg in die NRW-Klasse einziehen.