NRW-Viererpokal: 1:3 gegen Bielefelder SK

Zum sechsten Mal nahm der SV Bönen an der Vorrunde des NRW-Viererpokals teil. Jede Vorrundengruppe besteht aus vier Teams und die Bönen-Gruppe traf sich diesmal auch in Bönen. So gingen die SV-Vertreter am Samstag ins Heimspiel gegen den Bielefelder SK. Dieses Match sollte auch schon das letzte sein, denn der NRW-Ligist aus Bielefeld setzte sich deutlich mit 3:1 durch, wobei das Ergebnis noch das Beste aus Bönener Sicht war.
Noch am besten hielt sich Stephan Wegner an Brett 3. Er bekam Tarrasch-Französisch aufs Brett und musste in einem typischen Mittelspiel einen Bauern geben. Im gleichfarbigen Läuferendspiel machte sich Wegner zusätzlich zum Minusbauern weitere Bauernschwächen, sodass das Endspiel für die Weißspielerin gewinnbar war. Der Gewinnweg war jedoch nicht trivial und so blieb schließlich nur ein Bauer übrig. Diesen konnte Wegner ohne Probleme aufhalten und die Partie mit Remis beenden. Wenig später musste Jochen Helmert an Brett 4 aufgeben. Er wählte mit Weiß Alapin-Sizilianisch, erwischte aber leider auch nicht den besten Tag. Nach einigen positionellen Schwächen und übersehenen Zwischenzügen konnte sein Bielefelder Kontrahent die Führung für die Gäste erzielen. Zum Nachteil für Bönen sollte es Martin Merz an Brett 2 ähnlich ergehen. Mit Schwarz bekam er über den Umweg Bogo-Indisch eine Stonewall-artige Struktur aufs Brett. Seinem Gegner gelang es Merz‘ starken, weißfeldrigen Läufer zu tauschen, sodass die weißen Figuren deutlich besser harmonierten. In der Folge gelang es dem Bielefelder die weißen Felder zu bespielen und gegen den verbliebenen schwarzfeldrigen Läufer zu spielen. Bei Figurenverlust in schlechterer Stellung musste Merz seinem Gegner den Punkt zum 0,5:2,5 überlassen. Als letztes beendete Fabian Schlottmann seine Partie am Spitzenbrett. Zunächst spielte er mit Weiß die scharfe Botwinnik-Variante gegen Halbslawisch. Plötzlich doch vom Vertrauen in die eigenen Theoriekenntnisse verlassen wählte er im 15. Zug eine vorsichtige Alternative, die sich aber als deutlich schlechter herausstellen sollte. In schlechterer Stellung verrechnete Schlottmann sich bei einer Schlagsequenz, sodass er stattdessen die Qualität geben musste. Das Endspiel war nun glatt verloren, doch die Zeitnot seines Gegners – und eventuell auch der schon entschiedene Kampf – sollte dem Bönener noch eine unerwartete Rettung ermöglichen. Schlottmann gelang ein taktischer Schlag, der einiges Material tauschte und die eigenen Freibauern auf die Reise schickte. So war die Partie trotz des materiellen Nachteils gerade so noch in der Remisbreite, was die 1:3-Niederlage besiegelte.

Br.SV Bönen 1ELO-Bielefelder SKELO1:3
1Schlottmann, Fabian2228-Gößling, Guido21940,5:0,5
2Merz, Martin2031-IM Grün, Gerd-Peter22360:1
3Wegner, Stephan1946-Neumann, Helena20510,5:0,5
4Helmert, Jochen1993-Prause, Helge18710:1