Verbandsliga: Katernberg III – Bönen I 3,5:4,5
Zum Auswärtsspiel in Essen konnte Bönen 1 in Bestbestzung antreten, sodass ein nominell ausgelichenes Schlussrunden-Match gegen Katernberg 3 anstand. Vor dem Match lag Bönen auf Platz 2, doch in der knappen Liga war noch alles möglich – von theoretischen Aufstiegschancen bis zum Abrutschen ins Mittelfeld.
Aus Bönener Sicht missglückte jedoch der Start. Maik Mönkemeyer überschätzte den weißen Angriff deutlich, opferte eine Leichtfigur ohne viel Kompensation und musste kurz darauf aufgeben. Kurz darauf kam Stephan Wegner an Brett 4 zu einem ungefährdeten Schwarzremis gegen Abtausch-Französisch. Auch wenn die restlichen Bretter den Bönenern Hoffnung auf Mannschaftspunkte machte, schienen Platz 1 & 2 der Tabelle schon in weiter Ferne. Der Tabellenführer Eving trennte sich zügig mit acht Remis von Holsterhausen und sicherte damit den letzten Mannschaftspunkt zum Aufstieg. Der Tabellenzweite aus Erkenschwick brauchte zwar in dieser Schlussrunde noch einen halben Brettpunkt mehr als Bönen, sollte jedoch gegen ein stark ersatzgeschwächtes Team aus Lünen-Brambauer antreten. Den Tagessieg wollten die Bönener trotzdem nicht verschenken und so konnte Fabian Schlottmann den Spielstand auch schnell wieder ausgleichen. Er gewann zunächst das Eröffnungsduell, indem er das von ihm selten genutzte 1.e4 spielte und bekam zudem eine Französisch-Variante aufs Brett, die er selbst im Schwarz-Repertoire hat. Hier war Schlottmann ein paar Züge tiefer in der Theorie und konnte so die schwarze Dame gewinnen. Der Katernberger hatte zwar materielle Kompensation, aber die aktiven weißen Figuren konnten den gegnerischen König entscheidend angreifen.
Die Bönener Führung erzielte dann Torsten Fuest an Brett 6. Mit Schwarz kam er zunächst gut aus der Eröffnung, aber auch früh in Zeitnot. Fuest lehnte dabei ein Remisgebot ab und konnte in der Folge sein Vertrauen in seine gute Stellung trotz knapper Zeit rechtfertigen. Ein Figurengewinn sollte die Vorentscheidung bringen, denn nach wenigen weiteren Zügen musste der Katernberger aufgeben. Olaf Bauch konnte sogar das 3,5:1,5 erzielen, sodass sogar ein höherer Sieg zwischenzeitlich möglich schien. Schon in der Eröffnung sammelte er Vorteile, die im Mittelspiel zu einem Mehrbauern und sehr aktiven Figurenspiel angewachsen waren. Die Partie beenden sollte letztlich die Abwicklung in ein Schwerfigurenendspiel mit zwei verbundenen Freibauern. Schon nach der Zeitkontrolle musste Jochen Helmert seine Partie leider aufgeben. In schon schwieriger Stellung musste er die Abwicklung in ein Turmendspiel mit Minusbauern zulassen. Obwohl Helmert im Kampf um den halben Brettpunkt noch alles versuchte, führte der Katernberger seine Freibauern souverän Richtung Grundreihe und erzielte so den 3,5:2,5-Anschlusspunkt für sein Team.
Martin Merz und Guntram Lenz kämpften noch um die letzten Punkte, wobei Lenz‘ Stellung vielversprechend aussah. Er kam gut aus der Eröffnung, bekam es im Mittelspiel aber mit zwei verbundenen Freibauern zu tun. Diese hielt er aber stark auf und konnte so in ein Endspiel mit Läuferpaar gegen einen Turm und jeweils drei Bauern abwickeln. Merz bekam mit Weiß die Grünfeld-Verteidigung aufs Brett, die zu einem Mittel- und Endspiel mit asymmetrischem Material führte. Objektiv gab es keine vernünftige Art auf Gewinn zu spielen – und um nicht zu verlieren, ließ Merz sich auf ein Remis durch Stellungswiederholung ein. Mit dem 4:3 gab auch Lenz seine aussichtsreiche Stellung Remis und sicherte Bönens Erste damit einen knappen Auswärtssieg. Später am Abend bestätigte sich, dass ein voller Brettpunkt von Lenz zum 5:3 tatsächlich bedeutungslos gewesen wäre, auch wenn Erkenschwick 3 das Parallel-Match letztlich „nur“ 5,5:2,5 gewann. Bönens Erste wird in der Schlusstabelle mit 13:5 Mannschaftspunkten Dritter und hat damit das Saisonziel Klassenerhalt übererfüllt. Dazu übertraf man die bisherige Bestmarke (VL-Platz 5, 2022/23) der Vereinsgeschichte.




